Liesinger Brauerei  

Liesinger Brauerei (23, Breitenfurter Straße 372-380), begründet von Johann Georg Held (* 1796, † 10. November 1850 Wien). Helds Mutter hatte schon 1803 ein Haus am Fuß des sogenannten Steinmaßls (eines Berghangs zwischen Breitenfurter Straße und Rudolf-Waisenhorn-Gasse) samt dem dortigen (1722 erbaut) Felsenkeller besessen. Die Errichtung eines Brauhauses wurde 1828 genehmigt, das erste „Oberliesinger Felsenkeller-Bräu" wurde am 7. März 1839 ausgeschenkt. Das Unternehmen nahm dank günstiger Infrastruktur (1841 Eröffnung der Südbahnstrecke, billige Arbeitskräfte) einen enormen Aufschwung (1872 Umwandlung in AG). Der 1898 errichtete Turm der ehemaligen Brauhaus-Restauration (mit Tanzsaal; erbaut nach Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer) prägte die charakteristische Silhouette der ausgedehnten Brauereianlage. 1900-1914 entstanden Wohnhäuser für Brauereiarbeiter und -beamte (23, Haeckelstraße 31-33, Lehmanngasse 29-31). 1928 erfolgte die Fusionierung mit der Österreichischen Brau AG. 1966-1968 entstand der heutige Turm im Bereich des Aquädukts (eine Siloanlage für 22.000 Tonnen Gerste). Ein Ammoniakkompressor der Brauerei (Baujahr 1885), der neun Jahrzehnte die Kälteversorgung des Betriebs sichergestellt hatte, wurde 1976 neben den Gleisen, die von der Südbahn zur Brauerei führen (23, Breitenfurter Straße gegenüber 360-368), als Industriedenkmal aufgestellt und als solches dem Liesinger Bezirksmuseum übergeben.
(Quelle: wien.gv.at)