Jakobskirche Floridsdorf   1905 

Jakobskirche (21, Schlosshofer Straße 7; St. Jakob der Ältere, Jacobus major)
1801/1802 wurde eine kleine Landkirche erbaut, die 1809, zum Teil abgetragen, als Batteriestand Verwendung fand und nach dem Krieg abgerissen wurde. 1834/1835 erbaute Anton Mittendorfer eine neue Kirche (3. Juni 1845 Pfarre). Als diese für die wachsende Bevölkerungszahl zu klein wurde, trug man sie 1938 ab. In der Nähe wurde nach Entwürfen von Robert Kramreiter eine neue Kirche errichtet.
Die Floridsdorfer Kirche.

Floridsdorfer Kirche (21, Pius-Parsch-Platz; Pfarrkirche „Zum heiligen Josef" [St. Josef der Arbeiter]).

Die Bewohner der neuen Ansiedlung Floridsdorf (1786) versuchten erstmals 1794, die Bewilligung für einen Kapellenbau zu erlangen (Grundsteinlegung 4. Mai 1801 an der Stelle des heutigen Parkplatzes vor der Kirche; Baumeister Josef Mittendorfer der Ältere).
1809 rissen die Franzosen die Kapelle teilweise ab, um einen Batteriestand einrichten zu können, danach erfolgte der komplette Abbruch der Ruine. Neue Bestrebungen zu einem Kirchenbau fallen ins Jahr 1828 (Baubeginn 1. September 1834 ohne Bewilligung, Genehmigung 20. Mai 1835, Schlusssteinlegung 27. September 1835; Baumeister Josef Mittendorfer der Jüngere). Am 10. April 1836 wurde die Errichtung der selbständigen Lokalie und damit die Abtrennung von der Pfarre Leopoldau wirksam.

1887 wurde eine Vorhalle zugebaut. 1881-1889 wirkte hier der Sozialrevolutionär Rudolf Eichhorn als Seelsorger. Hinter der Jakobskirche wurde 1936-1938 (Grundsteinlegung 20. September 1936, Benefizierung 19. Dezember 1937, Weihe erst 1958) nach Plänen von Robert Kramreiter ein Neubau errichtet. Die Jakobskirche wurde 1938/1939 abgetragen. Der Architekt hatte in enger Übereinstimmung mit dem Klosterneuburger Chorherrn Pius Parsch (1884-1954) eine bis dahin nicht gewohnte Bauform gewählt, das einem christozentrisches Kirchenverständnis Ausdruck verleihen sollte. Im 20 Meter hohen Kirchenportal stehen in drei Reihen übereinander je vier steinerne Apostelfiguren (von Robert Ullmann).

Von der Vorhalle führen drei Tore ins Kircheninnere, das bis zum Hochaltar (aus schwarzem bleu-belge Marmor) eine stufenweise Höherlagerung aufweist. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, jedoch wieder aufgebaut und 1955 im Inneren vollständig renoviert. Im Krieg zerstörte Fenster wurden nach Entwürfen des akademischen Malers Seelos mit Glasgemälden versehen. 1983-1985 wurde die Kirche generalsaniert (Weihe des Volksaltars 12. Oktober 1986); heiliger Josef als Zimmermann mit Jesuskind und Kirchenmodell von Alfred Crepaz (linkes Seitenschiff, Mosaik-Kreuzwegbilder mit eingefügtem Christkönigsmosaik von Gottlieb Schuller. - In der links angeschlossenen Jakobskapelle befindet sich der originale Hochaltar der alten Pfarrkirche.
(Quelle: Wien.gv)